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Benzin Bleiersatz Oktanzahl usw.
#1
(02.05.2017, 00:16)austin7 schrieb:
(01.05.2017, 13:09)mollerst schrieb: Guten Tag zusammen! Ich habe gerade einen 3,2 V8 gekauft, der aber noch nie in Österreich gelaufen ist (außer 300 km Salzburg-Wien mit einmal 30 L 95er nachtanken. Das Kraftstoffproblem interessiert mich - schließlich möchte ich den schönen Motor nicht ruinieren. Sollte ich also in Österreich nur 100er Benzin tanken?


Das kommt auf das Auto an.   Z.B. bei den Vorkriegsautos und knapp nach dem Krieg produzierten Autos kannst fast jeden Sprit reingeben und auch ohne Zusätze. Weil es weder die hohe Oktanzahl noch den Bleizusatz gegeben hat.  Eigentlich auch Autos die unmittelbar nach dem Krieg produziert worden sind.   Dem gegenüber waren z.B. amerikanische Muscle-Cars in den 60/ 70ern schon für einen 100 Oktan Benzin und Blei konzipiert.  Man kann also nicht sagen. dass der 100er Sprit und die Zusätze für alle Oldtimer notwendig sind.  Die europäischen Autos ab den 60ern waren wieder für das damalige normale Normal oder Superbenzin mit Blei konzipiert.
Also, was ich sagen will, jeder Oldie braucht was Anderes, oder es genügt  a bißl was Anderes.

Aber der BMW 501 hat eigentlich eine sehr niedrige Verdichtung und wurde irgendwie unmittelbar nach dem Krieg konstruiert.  Da sollte der 95er Sprit eigentlich reichen.  Das ist so eine Art genügsame S***, die noch jeden Sprit vertragen sollte.

Wobei, der 100er Sprit beinhaltet lt. den Herstellern neben der hohen Oktanzahl auch verstärkt Zusätze zwecks Klopffestigkeit.  Also wenn Dein Auto irgendwie Anzeichen von Klopfgeräuschen zeigt, dann würde ich den 100er Sprit nehmen.  Sonst würde ich 95 Oktan tanken.

Also am Besten eine Strecke mit einer leichten langen Steigung aussuchen, den höchsten Gang reinlegen und das Auto mit niedriger Drehzahl hinauf richtig brutal qäulen.  Die Ohren in 90 Grad Stellung bringen.  Wenn da nur ein Hauch von Ventilschnattern zu hören ist, dann hochwertigen Sprit tanken.

Ich empfehle die Böhmerwald-Bundesstraße.  Nach Stockerau (so 150 Meter über dem Meeresspiegel) geht die bis auf ca. 500 Höhenmeter.  Spätestens nach Horn/ bzw. vor Allensteig weiß man dann 100prozetig welchen Sprit man braucht.

Und dann auch noch.  BMW betreibt die Classic Abteilung.  Da würde ich ein Mail hinschicken und mal höflich fragen was die als Werk empfehlen.

Ja  .... und den Biosprit sollte man denke ich grundsätzlich meiden.  Aber den gibt es bei uns sowieso nicht, also quasi in der Form wie z.B. den E10 in Deuschland.

Oje; die Antwort habe ich jetzt erst gesehen! Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! "Gefühlsmäßig" tendiere ich eigentlich auch zu 95er Eurosuper ohne Bleiersatz (von dem Zusatz wird bei Mercedes z.B. dringend abgeraten). Naja, mal sehen, wie der Wagen sich weiter entwickelt; ich habe jetzt erst ca. 600 km zurückgelegt. Der Wagen läuft wirklich super! Sowas gibt's heutzutage nicht mehr!
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#2
Hallo,

die Benzinproblematik wird oft stark übertrieben, vor allem auch aus Haftungsgründen für allfällige Schäden.

Man muss unterscheiden:
Oktanzahl wegen Klopffestigkeit - kann man ganz einfach testen, indem man untertourig beschleunigt, ob der Motor bei korrekter Einstellung zum "klingeln" neigt - auch für Laien leicht "erhörbar".

Bleiersatz wegen Beschädigung der Ventilsitze: das Problem tritt nur bei Drehzahlen über ca. 3000 auf und bei Zylinderköpfen die keine Ventilsitzringe haben (also alte Gußeisenköpfe bzw. sv-Motoren, Alu-Köpfe haben immer schon Ventilsitzringe, wenn auch nicht so "hart" wie aktuelle Materialien). Daher Ventilspiel regelmäßig kontrollieren und eher reichlich einstellen. Erkennung eines beginnenden "Dichtheitsproblem" bei den Ventilen: hoher HC-Wert und oft auffallend niedriger CO-Wert, keine Reaktion auf Einstellung des Leerlaufgemisches.

Erklärung zum allgemeinen Verständnis: beim Schließen des Ventils "verschweißen" sich Ventil und Sitz, beim Öffnen werden dann Partikelchen herausgerissen, das alles passiert aber über einen längeren Zeitraum (am Prüfstand nach 16 bzw. 32 Std. Volllast "erkennbar" - Volllast ist voll besetzt einen Berg rauf oder auf der Autobahn Vollgas...).

Viele Grüße
Karl
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#3
(12.11.2017, 10:40)Karl Eder schrieb: Hallo,

die Benzinproblematik wird oft stark übertrieben, vor allem auch aus Haftungsgründen für allfällige Schäden.

Man muss unterscheiden:
Oktanzahl wegen Klopffestigkeit - kann man ganz einfach testen, indem man untertourig beschleunigt, ob der Motor bei korrekter Einstellung zum "klingeln" neigt - auch für Laien leicht "erhörbar".

Bleiersatz wegen Beschädigung der Ventilsitze: das Problem tritt nur bei Drehzahlen über ca. 3000 auf und bei Zylinderköpfen die keine Ventilsitzringe haben (also alte Gußeisenköpfe bzw. sv-Motoren, Alu-Köpfe haben immer schon Ventilsitzringe, wenn auch nicht so "hart" wie aktuelle Materialien). Daher Ventilspiel regelmäßig kontrollieren und eher reichlich einstellen. Erkennung eines beginnenden "Dichtheitsproblem" bei den Ventilen: hoher HC-Wert und oft auffallend niedriger CO-Wert, keine Reaktion auf Einstellung des Leerlaufgemisches.

Erklärung zum allgemeinen Verständnis: beim Schließen des Ventils "verscheißen" sich Ventil und Sitz, beim Öffnen werden dann Partikelchen herausgerissen, das alles passiert aber über einen längeren Zeitraum (am Prüfstand nach 16 bzw. 32 Std. Volllast "erkennbar" - Volllast ist voll besetzt einen Berg rauf oder auf der Autobahn Vollgas...).

Viele Grüße
Karl

Vielen Dank für die professionelle Aufklärung! Das hilft wirklich! 
Viele Grüße, 
Stephan
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#4
Ich habe mir erlaubt das Thema in die Technikecke zu verschieben
BMW 320 Kabriolett 1938    BMW 501 V8 1956   
BMW 840 Ci 1996            PUCH  DS 50/4 1969
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