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Victoria KR 25 HM Aero - 1953
#1
Photo 
Victoria KR 25 HM Aero – Drama in zumindest 6 Akten

1. Akt
Irgendwann 1996 kaufe ich eine Victoria KR 25, Baujahr 1953, nicht ganz komplett aber eigentlich ein ganz guter Originalzustand mit originalen österreichischen Papieren. Der Grund für den Kauf ist nicht mehr ganz nachvollziehbar, ich glaube es war so eine Art Anbahnung von interessanteren Geschäften, die dann eh nichts geworden sind.

2. Akt
Aber schon im Jahr 1997 „erlöst“ mich ein guter Bekannter von dem Stück, zwar nicht gegen Geld aber im Tausch gegen einen Volvo 242 GT, damals ein eher uninteressanter Youngtimer.
In der Folge beginnt er mit der Restaurierung, und tätigt großteils durchaus sinnvolle Investitionen, wie neue Felgen, Radlager, Bremsen, Motorüberholung und noch einiges andere. Bei der Lackierung schlägt er – wie schon öfters – etwas eigenwillige Wege ein, er lackiert matt über alles drüber. Dann ist das Projekt eingeschlafen weil, wie es so ist, wieder interessantere Fahrzeuge „zugelaufen“ sind.

3. Akt
2007 steht bei ihm ein Immobilienerwerb an und er bietet mir die Victoria zum Kauf an, na ja so recht will ich sie nicht, aber auf Grund der langjährigen Freundschaft will man nicht so sein, ich kaufe sie um die Investitionskosten.
Was tun mit einem zerlegten Motorrad?
Als erstes Sichtung der vorhandenen bzw. fehlenden Teile und vorsichtige Entfernung der Lackierung, zumindest so weit um die originale Linierung zu dokumentieren, die ja auf Grund der sagen wir so „dürftigen Vorarbeit“ unter dem Lack vollständig vorhanden war.
Die Teile zusammengesteckt und inseriert. Nur zum Vergleich eine vom Design und Baujahr sehr ähnliche Puch 250 TF wäre wahrscheinlich binnen weniger Stunden um mehr Geld weg gewesen. Aber die Victoria hat irgendwo versteckt ein Herzerl aufgemalt „ewig dein“…
   
"wer will mich - niemand..."

4. Akt
Gut das mit dem Verkaufen dürfte nicht so erfolgversprechend sein, dann suche ich halt die fehlenden Teile zusammen, schön langsam wird sie komplett und eigentlich fast schon so, dass man die Teile zum Lackierer bringen könnte.
Dann ein echt öder Sonntag Anfang 2017, alles grau in grau, Motivation zu sinnvoller Arbeit auf dem Nullpunkt. Aber die Abwechslung naht, auf willhaben ist um wenig Geld eine Victoria KR 25 inseriert – das wäre doch ein guter Teilespender, sieht auf den Bildern sehr komplett aus, und der Preis ist auch nicht allzu hoch. Noch am selben Tag Besichtigung in Oberwart. Blöderweise gibt es dort auch andere Fahrzeuge die nicht uninteressant erscheinen. 24 Stunden später waren der Victoria-Teilespender und eine Sears-Puch SGS/3 auf dem Anhänger, die Sache mit der Sears-Puch ist eine eigene Story.
Wir Oldtimersammler brauchen wirklich nicht über irgendwelche Süchtigen zu reden…


5. Akt
So fehlende Teile abmontiert, aber aber aber:
Der Teilespender ist ein früheres Modell, eigentlich lackmäßig in einem gar nicht so schlechten Originalzustand und überhaupt eigentlich zu schade zum zerlegen...
Teile bearbeitet und jetzt aber wirklich alles zum Lackierer und anschließend noch die Linierung machen lassen, Teile verchromen lassen, dann keine Zeit wegen beruflicher Auslastung u.s.w.

6. Akt
Jahresende 2018: vom herumliegen werden die lackierten Teile nicht besser, und weil es eh das ganze Jahr über keine Zeit für eigene Fahrzeuge gab, geht es jetzt an den Zusammenbau.
Das ist eigentlich ganz zügig gegangen, nur war dann bei einigen Teilen doch noch eine Nacharbeit fällig, Klein- und Kleinstteile waren nicht aufbereitet und da sind dann noch einige Arbeitsstunden eingeflossen. Dazu kommt noch die – gegenüber einer Puch – nicht so sonderlich ausgereifte Konstruktion bzw. man merkt bei vielen Details, dass es sich hier um eine Grundkonstruktion aus dem Jahr 1937 handelt, die dann mit geringem Aufwand mehrmals „modernisiert“ wurde.
Obwohl ich das normalerweise nicht mache, habe ich um Neujahr herum beim noch nicht fertigen Motorrad einen Startversuch unternommen. Kickstarter streift am neuen Auspuff und hat außerdem eine nicht sehr ergonomische Anordnung – wie auch Bremse und Schalthebel – also Kisterl neben das Motorrad zwecks Startversuch mit besserem „Tretwinkel“. 
Sie springt nicht an, ich bin angfressen  - aber „aufgeben tut man einen Brief“.


Die Ursache war eigentlich minimal, der an sich neue Unterbrecher war nach 18 oder 20 Jahren herumliegen schwergängig, aber sicher ist sicher gleich Zündspule und Kondensator auch neu gegeben. Kisterl neben den Kickstarter und siehe da, mit den Neuteilen ist sie äußerst anspringfreudig und der erste Fahrversuch hat eigentlich mich in einigen Dingen wieder versöhnt, das Getriebe ist trotz der perversen Anordnung des Schalthebels sehr leicht schaltbar und auch sonst waren nur die Außentemperaturen der ersten richtigen Probefahrt hinderlich.

Übrigens habe ich jetzt doch einiges investiert und nicht herumgetan, so nach dem Motto „ist eh schon egal, auf die paar (hundert?) Euro kommt es auch nicht mehr an“.

Ein paar Jahre und 3.300,-- Euro (ohne Ankauf und ohne Teilespender) später:
1. Probefahrt über 12 km problemlos, nur bei der „Vorprobe“ einen Fußrastengummi bei mir vor dem Haus verloren und nicht mehr gefunden – sehr mysteriös…

   
       
25.2.2019
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#2
Hallo Karl,

das ist mal eine andere Art von Restaurationsbericht und spiegelt wieder wie doch die Zeit vergeht und sich so manches Projekt mehr oder weniger weiterentwickelt.

Aber nichts desto trotz hast du da ein sehr schönes Fahrzeug geschaffen.

lg Thomas
Puch Maxi S, Maxi L, Maxi SL, MS50, VS50, DS50, Jawa Babetta 210 und der VW T3 =)
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#3
Das ist ein richtig schönes Moped und eine interessante Story!
BMW 3200 CS "Bertone"
VW 1200 L "Silver Bug"
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#4
super ... das Motorrad gefällt mir gut Cool
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#5
Ja, die ist sehr schön geworden. Und mal was anderes als eine Puch, auch wenns ähnlich aussieht. Wink
Gruss Chris
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