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Wir sind ein Forum für Freunde alten Blech´s. Ob Auto, Motorrad, Traktor oder Dampfmaschine, bei uns ist jeder willkommen der sich für alte Technik interessiert. Besucht auch unsere Homepage http://www.austria-motor-veterans.at/ um immer über unsere aktuellen Veranstaltungen informiert zu sein.


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Vienna classic days 2021
#1
Wieder einmal ein Bericht von mir über eine Rallyeteilnahme - subjektive Erfahrung und Meinung! 
Autofahren in Wien ist ja nicht unbedingt „der Bringer“. Oldtimerfahren in Wien soll da besser sein? Die Vienna-Classic-days versprechen auf der Homepage „Mille Miglia Stimmung, mitten in Wien“. Da wollen wir doch einmal dabei sein.
 
Ich habe einige Freunde aktiviert und so konnten wir 10 Fahrzeuge nennen und auch für die Teamwertung (15 Euro pro Fahrzeug) haben wir genannt. Das Nenngeld richtet sich nach dem Baujahr (3 Euro pro Baujahr ab 1900) plus einem Fixbetrag von 79 Euro (Behördenkarte genannt) plus einem Spendenbeitrag von 28 Euro. Das war also schon eine Rechenaufgabe. In meinem Fall also 56x3 = 168+79+28+15 =290 Euro.  Für 2 Tage ist das OK. Bei einem Youngtimer wird’s halt etwas teurer zB Baujahr 1990 wären dann schon (34x3) 102 Euro mehr – also 392 Euro. Aber man kriegt ja auch Verpflegung – oder so …
 
Der Wetterbericht hat sommerliches Schönwetter angekündigt, also Dach runter und rein nach Wien. Natürlich ohne Autobahn - kann ja kein Problem sein…  Samstag morgens quer durch Wien. Keine gute Idee! Ein paar Minuten vor dem geplanten Start sind wir dann doch am Donauturm eingetroffen, Akkreditierung, Covid-Registrierung geht alles schnell und freundlich. Roadbookstudium fällt zeitmäßig aus. Schnell noch die Startnummern aufkleben. Hmm…neues System für mich. Die Startnummern (einzelne Ziffern) muß man auf den eigentlichen Startnummernaufkleber aufkleben und dann den ganzen Aufkleber aufs Auto und das dreimal plus Sponsorenkleber …Irgendwann waren alle Aufkleber oben und begannen sich auch schon wieder von der Untergrundfolie abzulösen. Einige Starter haben dann die Nummer mit Kugelschreiber auf die Aufkleber aufgemalt – wir haben kreative Racetapekreationen gemacht. Startintervall 20 Sekunden! Da geht’s dahin, sofort eine SP mit 4 Lichtschranken und dann raus aus dem Gelände. Mein Triumph klingt plötzlich ganz besonders sportlich, also so richtig kernig mit Fehlzündungen und Auspuffschießen…. Irgendwie ist das nicht ganz gut. Also Stopp, Haube auf - und da ist er schon der Übeltäter, Zündkabel vom 4. Zylinder am Kerzenschuh gebrochen. Hatten wir schon mal, geht ja schnell und schon sind wir wieder unterwegs.
 
Durch die vielen Ampelphasen und den kurzen Startintervall schiebt sich alles zusammen und es geht in Kolonnenfahrt Richtung Höhenstraße und Wienerwald. Auf der Startkarte finden sich viele Fotos mit denen wir nichts anzufangen wissen. Wenn wir die Motive auf der Strecke entdecken machen wir ein Hakerl dazu - aber das wird’s wohl nicht sein…  Egal … Am Kahlenberg gibt’s wieder eine SP mit 3 Lichtschranken und danach auf der Sophienalpe pro Team ein Sackerl mit Verpflegung (kalte Fleischlaberl mit Erdäpfelsalat). Da erfahren wir dann wir hätten bei den Fotos angeblich dazuschreiben sollen wann wir diese Stellen passiert haben (Kilometer und zu welcher Uhrzeit) – aber so genau weiß das eigentlich niemand.  Naja – egal … Eine SP war dann schon sehr grenzwertig. Auf einer Landesstraße bergab in einer Kurve, bei vollem Verkehr. In unserem Fall kam uns ein Autobus entgegen der über unsere Fahrspur „ausholte“. So kurze SP wären wohl auf einem Parkplatz besser aufgehoben.  Es ging dann zum Einkaufszentrum „The Mall“ wo wir einen halben Burger (!) und ein Getränk bekamen. Nach längerer Konfusion und viel Hektik waren alle Fahrzeuge in einer Nebenstraße zum Ring aufgestellt und schon nach einer guten halben Stunde Wartezeit gings los zur „Ringrunde“. Zweimal mit Polizeieskorte rund um den Ring inklusive Baustelle am Schwedenplatz. Entlang der ganzen Strecke unheimlich viele Leute. Winken, Kameras, Daumen nach oben. Wirklich beeindruckend wieviele Leute da standen. Eine Runde hätte mir persönlich auch gereicht aber OK ….  Das war wirklich toll, das sollte man einmal erlebt haben. Wir haben Oldtimerfahrer gesehen die aus Seitenstraßen in den Konvoi eingebogen sind (ohne Startnummern). Die haben sich dann also nicht nur die Startgebühr sondern auch den anstrengenden Tag gespart und waren bei der Parade gleich dabei …. Für den Veranstalter wohl nicht ganz optimal.
Und unser Team hat sich dann noch zum gemeinsamen Abendessen versammelt. Wie gesagt wir haben ja auch für die Teamwertung genannt.
Sonntagmorgen – wieder tolles Sommerwetter. Diesmal klappte die Anreise quer durch Wien schon deutlich schneller und wir waren rechtzeitig im Donaupark. Es gab neue Startnummern, da sich die vom Samstag großteils verabschiedet hatten (die Neuen klebten aber auch nicht besser). Die Sonntagsetappe ging quer durch die Innenstadt. Und wenn ich Innenstadt schreibe dann ist das absolut so gemeint. Enge, kleine Straßen im Zentrum, gefühlte 10 Mal um die Oper herum. Ampeln, Touristen, Fiaker, nervöse Taxler. Dazu Hitze, Sonne, (über-)kochende Motoren. Am Start die gleiche SP wie am Samstag und in der Stadt noch zwei mit jeweils 2 Schläuchen und eine Zeitkontrolle sowie ein paar „geheime“ Passierkontrollen, dazu Fragebögen der Sponsoren – da wurden gleich Daten gesammelt (ohne Zustimmung zum „Newsletter“ keine Teilnahme). Irgendwann hatte ich genug und wollte nur mehr zum abschließenden Oldtimerpicknick. Im Donaupark waren wieder unheimlich viele Leute die uns erwarteten und wir haben unsere Picknickdecke ausgebreitet. Es sollte ja wohl was zu essen geben. Unser Team konnte ergattern: 1 kleinen Hotdog (der zweite war extra zu bezahlen) und 2 Espresso…. Bier hätte es gegeben das wollte ich aber nicht. Sonst war alles gerade aus … Naja – wir wollen ja nicht zu fett werden. Nach und nach leerte sich das Gelände und auch von unserem Team traten fast alle die Heimreise in die Steiermark an (Gewitter und Regen waren angekündigt). Ich blieb noch zur Siegerehrung, wir waren ja schließlich in der Teamwertung.
Die Siegerehrung zog sich wie ein Strudelteig. Auf Grund der wenigen SP war wohl das Ergebnis schnell errechnet aber es gab Verlosungen der Sponsorenpreise (da mußte der Gewinner anwesend sein, was auf Grund der vielen bereits abgereisten Teilnehmer zu mehrfachen Ziehungen führte) und es gab Preise für alle möglichen Wertungen (älteste Teilnehmerin über 90, jüngster Teilnehmer 8 Jahre). Weiteste Anreise 790 Kilometer, bestplatziertes Auto aus Italien, Deutschland, England etc…  Und was weiß ich noch alles. Da die Pokale nicht nachgesendet werden, habe ich für unser Team 4 Pokale „stellvertretend“ übernommen. Immer wieder unterbrochen von  einigen Hula-Hula-Tänzen einer „nicht mehr ganz jungen Tanzgruppe“ (kein Scherz -  das muß man gesehen haben) war dann nach 2 Stunden die Siegerehrung aus und alle konnten heimfahren. Teamwertung gab es keine und es findet sich auch noch nirgends eine Ergebnisliste (edit: Wird laut Veranstalter noch veröffentlicht) – die 15 Euro Teamwertungsstartgebühr? Naja ….     
Beim Heimfahren kamen wir dann noch in einen Starkregen, so wurde das Auto gleich vorgewaschen …
Fazit: Oldtimerfahren in Wien ist wirklich nicht der Bringer. Das hab ich wohl schon am Anfang richtig eingeschätzt. Die Veranstaltung bringt aber enorm viele Leute zusammen. Unglaubliche Begeisterung am Straßenrand. Fahrerisch und vom Erlebniswert würde ich sagen: Abgesehen von der Ringrunde die ein super Erlebnis war: man kann das machen – muss man aber nicht. Wenn die Strecke irgendwo ins Umland führen würde – einfach mit Start und Ziel in Wien – wäre es vielleicht besser. Dafür das eine Firma hinter der Veranstaltung steht und bereits jahrelange Erfahrung vorhanden ist – das würde besser gehen. Viel besser!
 
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#2
Ich muß Dir ehrlich sagen, dass ich einen Katzensprung von diesem Veranstaltungsort entfernt bin.  Aber ich bin dort noch nie hingefahren. Und ich wohne schon so viele, viele Jahre in und später in der Nähe von Wien.

Eine spontane "einsame" Ausfahrt mit drei bis vier Autos und mit ein paar Freunden, in der unmittelbaren Nähe der Hauptstadt, gibt einfach mehr her.

Aber ... der Hinweis auf die vielen begeisterten Zuschauer .... ja, das ist vielleicht der positive Punkt von so einer Veranstaltung.   Die Leute lieben Oldtimer und sind begeistert wenn Oldtimerautos vorbei fahren.
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#3
Ich bin ja bekanntlich ein Rallyefan und so gerne ich alleine oder mit Freunden mal schnell herumfahre - eine gut organisierte Classic-Rallye ist für mich einfach etwas ganz Tolles. Ich habe schon erkannt das in diesem Forum die Rallyefans etwas "unterrepräsentiert" sind - aber vielleicht interessieren den Einen oder Anderen meine Berichte und ich freue mich total über eure Reaktionen (wenn welche kommen).
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#4
Ja das ist eigentlich genau die Erfahrung die wir mit unserem Barockengel vor 5 Jahren gemacht haben.
Einmal dabei sein ist ok, nochmal Nein Danke.
lg
              BMW 320 1938  BMW 501 V8 1956 
BMW 2002 E6 1973  BMW 320i E30   BM840Ci E31   
                PUCH  DS 50    PUCMaxi
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#5
Ein Barockengel war auch diesmal dabei ... Aber so wie ich euch kenne ist klar das es keine Veranstaltung nach eurem Gusto ist - egal mit welchem der BMW ....
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#6
Schöner, kurzweiliger Bericht. Schade, dass es so in die Hose gegangen ist.
Richtig frech, dass was einfach weggelassen wird für das man bezahlt hat. Das hinterlässt einen fahlen Nachgeschmack....

Notiz an mich selbst: Streiche Wien von der imaginären Liste "Orte in denen ich an einer Oldtimer Rallye teilnehme".
BMW 3200 CS "Bertone"
VW 1200 L "Silver Bug"
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#7
Ich würde nicht sagen das es "in die Hose gegangen ist." Die Parade am Ring war wirklich ein Erlebnis, davon werden wir noch lange reden und die Begeisterung der Zuseher entlang der Strecke und bei den Pausen hat uns total überrascht. Es gibt und wird immer geben genügend Leute die immer wieder dort starten wollen.

Jeder hat wohl so eine Vorstellung was er von einer Veranstaltung erwartet, weiviel Geld ihm das wert ist und was eine Veranstaltung "können" soll. Meine Berichte sind bewußt subjektiv und spiegeln nur meine Meinung wider. Es wird auch genügend Leute geben die mit der Hochsteiermark-Classic nicht zufrieden sind und die werden woanders "ihre Veranstaltung" finden. Ich fahre eben gerne und das auf möglichst schönen freien Straßen. Über 3 Stunden kreuz und quer durch die Innenstadt war deshalb FÜR MICH nicht so gut.
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#8
Hallo,

was mich in der Vergangenheit massiv "angezipft" hat (und einer der Hauptgründe war mich aus der "Rallye"-Szene zurückzuziehen):
Die gleichen Leute, die bei mir jeden Beistrich und die 5. Kommastelle kritisiert haben sind dort und anderswo begeistert mitgefahren. Wenn man dann gefragt hat, wieso sie die Dinge dort nicht stören kamen 2. Antworten:
"Dort darf ich über Rampe beim Parlament fahren" (gegen Mehrpreis meines Wissens)
"Dort erwarte ich keine perfekte Organisation oder Abwicklung, drum stört es mich nicht..."

Viele Grüße
Karl
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#9
Vermutlich hat sich auch da - wie bei ziemlich jeder Rallye - ein Stammpublikum gefunden, das eben mit dem Ablauf voll einverstanden ist. Ich möchte auch gar nicht behaupten das es schlecht war - sondern sogar (die Ringparade und das Publikuminteresse im Donaupark) absolut einmalig aber es sind eben ein paar Dinge die diese Veranstaltung von einer gelungenen Oldtimerrallye unterschieden. Aber vieleicht will man das auch gar nicht sondern eher das Kulturgut Auto präsentieren und "in die Stadt bringen". das ist gelungen. Mit persönlich macht eben das Innenstadtfahren keinen Spaß. - Subjektiv!
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