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Tatra 57
#1
So, ich stelle jetzt auch einen Bericht über eine Restaurierung rein.

Ich fange einmal an, wie es begonnen hat  (weil den ganzen Bericht kann ich nur in ein paar Etappen reinstellen).

Das Auto habe ich in Prag gekauft.  Ein Tatra 57, Baujahr 1934.

So ist er da gestanden, beim Vorbesitzer ...
   

   

Der Vorbesitzer 84 Jahre alt, er hat das Auto fast 50 Jahre gehabt  (man sieht den Man auf dem einem Foto, von rückwärts, mit dem Taxifahrer der mich zu ihm gebracht hat).
Der "Alte" ist bis zum Schluß noch hin und wieder mit der Kiste unterwegs gewesen.  Ich konnte es fast nicht glauben, aber er hat mir die Zulassungspapiere vorgelegt.

Die Batterie war fast entladen, aber wir haben das Auto mit der Kurbel gestartet und ich konnte tatsächlich noch eine Probefahrt machen.

Zum Zustand.  Ja, das Auto wurde laufend gefahren und im Betrieb gehalten.  Es wurde keine Restaurierung durchgeführt.  Wenn irgendwo was war, dann wurde es repariert. Die Karosserie in matt schwarz, was auch die div. örtlichen Reparaturen und das Nachlackieren erleichtert hat.

Irgenwie so eine wahre Geschichte vom Langzeitauto (samt Langzeitbesitzer).

Zum Tatra 57. 
Also eine robuste Konstruktion. Zentralrohrrahmen, luftgekühler Vierzylinder Boxer. 
Aus dieser Konstruktion ist dann der VW Käfer entstanden. Was nachweislich ist und da mussten nach dem Krieg, nach einem Gerichtsurteil VW und Porsche Entschädigungszahlungen an Tatra zahlen.

Auf der Autobahn, auf dem Weg nach Wien.
   

Zu Hause habe ich mit dem Tatra Museum in Koprivnice Kontakt aufgenommen.  Tatra hat ein unfassbar genaues Archiv aus der Vorkriegszeit.
Auf Grund der Fahrgestellnummer wurde mir mitgeteilt an welchem Tag das Auto produziert worden ist, wann es ausgeliefert worden ist und sogar die Namen und Adressen der ersten drei Besitzer, die das Auto in den folgenden Jahren gehabt haben.
Man hat mir geraten das Auto in dem Zustand zu belassen, wie es ist.

Mehr schaffe ich heute wahrscheinlich nicht .... Rolleyes
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#2
Natürlich habe ich weisen Rat des Museeums nicht befolgt Big Grin  .... der Tatra wurde gestrippt ....

   


... die Kiste hat ein neues Fahrwerk bekommen .... Tongue

   

... und das Chassis wurde in die "zweite Montagehalle", zwecks Aufbereitung abtransportiert ....

   

... und dann begann das mechanische Entfernen der alten Lack- und Ölkittschichten ...


   

   

Super war jedenfalls, dass weder das Holz beschädigt war und eigentlich fast kein Rost vorhanden war ... Smile
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#3
Toller Bericht und sensationelle Bilder! ... wow ... Freu mich wies weiter geht!

LG
Andreas
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#4
Also für das Alter und im Hinblick das er noch nie restauriert wurde erstaunlich gut erhalten
Gruss Chris
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#5
(27.01.2016, 09:16)cris67 schrieb: Also für das Alter und im Hinblick das er noch nie restauriert wurde erstaunlich gut erhalten

Chris, das kannst Du Dir nicht vorstellen, was das für ein robustes Vieh ist.  

Ich bin Vorkriegsautos gewöhnt.  Da ist immer alles etwas anders dimensioniert als heute.  Aber bei dem Tatra ist alles wie bei einem Panzer.  Das Chassis, die Aufhängung, die Bremsen, einfach alles.

Ein Glück ist aber natürlich, dass das Holz von der Karosserie nicht beschädigt war.  Das ist bei einem Vorkriegsauto quasi ein Gewinn  ... und hier war es so.

Grüße

Peter
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#6
Diese Dinger sind wahrlich robust, unser 1. Auto war ein Tatra 57 B, Bj 1936.
Der Rahmen aus zwei kräftigen U-Trägern, dazischen ordentliche Holzplanken, Seilzugbremse auf alle 4 Räder, d.h. ein Rad hat blockiert und die anderen naja....
Den 4-Zylinder-Boxer haben wir wegen Ölverbrauch und Lagerschaden zerlegt, die Lager mit Weißmetall ausgegossen gedreht und anschließend mit dem Schaber
tagelang fein eingeschliffen...
Der Benzinverbrauch lag so bei 14 LIter, rechtsgesteuert, wenn die Motorhaube schlecht verriegelt war, ist sie samt Kotflügeln völlig hochgeklappt, bis zur Scheibe..
Gruß
Gerald
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#7
GENIALER Bericht, danke! Bitte weitermachen Smile

Ich muß gestehen ich hatte noch nie wirklich kontakt mit einem VK Fahrzeug, aber es war ein Video aus der "guten alten zeit" wo man sah wie die (und wo) mit diesen Dingern rungefahren sind, Wege die ein modernes auto auf keinen Fall schaffen würde und dabei offensichtlich extrem stabil.
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#8
Ja ... dann begann der "Wiederaufbau" ....

Die Kiste wurde nach der Durchsicht und etwas Überarbeitung der div. Teile wieder "leicht zusammen gesetzt", damit das Ganze wieder a bißl wie ein Auto ausschaut ... Tongue Tongue Tongue  ... Weil, wenn nur einzelne Teile lose herumliegen, dann wird man nur deppert im Schädel und man verliert nach einer Zeit leicht den Glauben an das Gesamtprojekt ...

   

   

   

.... und obwohl die Teile nicht so ganz wirklich schlecht waren, habe ich mich doch entschlossen die Trittbretter neu herzustellen (also Trittbretter heißt hier Blecharbeit).  Beim Tatra 57 gehört dazu der jeweilige untere Teil der Kotflügel (der andere Teil der Kotflügel gehört zu der Motorhaube).

Es ist einfach so. Die Trittbretter sind bei einem Vorkriegsauto nie wirklich kaputt. Nur gibt es jede Menge Idioten, die glauben, dass sie sich mit dem vollen Gewicht draufstellen können.  Man kann es sagen wie oft man will.  Nach so zwei bis drei Jahren Betrieb, vielleicht auch wenn das Auto mal auf einer Messe steht.  Man hat irgendwann wieder Bleche die wieder etwas verformt sind. Sad

   

   

Na ja, so schlecht geworden sind sie nicht, die "Trittbretter". Smile Smile   Für meine bescheidenen Ansprüche hinsichtlich der Perfektion sind sie schon OK.
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#9
Ich sag immer, muss ja kein neues Auto werden. Hat ja schon ein paar Jahre am Buckel. Smile
Gruss Chris
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#10
(01.06.2016, 11:24)cris67 schrieb: Ich sag immer, muss ja kein neues Auto werden. Hat ja schon ein paar Jahre am Buckel. Smile

Chris, da hast Du aber absolut recht.  Weil am besten ist ein gebrauchsfähiges Auto mit entsprechender Patina und keine Restaurierung.   Na ja, beim Tatra habe ich mich doch dazu hinreißen lassen .... tja .... Rolleyes

Grüße

Peter
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